Auf meinem Bike- & Hike-Abenteuer #47ungrad im Sommer 2016 entlang der deutschen Alpengrenze durchquere ich auch den Naturpark Nagelfluhkette. Aber das von steilen Grasbergen durchzogene Gebiet am Rande der Alpen hinter Bregenz mit so majestätischen Gipfeln wie dem Hohen Ifen ist eigentlich viel zu schön, um einfach nur durchzufahren. Deshalb habe ich mich dort zwischen Weihnachten und Sylvester im Vorfeld meiner Sommertour gemeinsam mit Stephan einmal für einen kurzen Revier-Check umgesehen.

Das Gebiet: Wer hier als Biker wirklich hoch hinaus will, sollte einiges an Kraft mitbringen. Denn wie im benachbarten Allgäu, sind viele Wege ziemlich steil und gefühlt recht nahe an der Falllinie. Deshalb bieten sich kombinierte Bike- und Hike-Touren an: Einfach durch die sanften Täler und Almwiesen auf Radwegen soweit wie möglich rauffahren und dann zu Fuß weiter in die Gipfelregion. Ist das Wetter schön, faszinieren insbesondere bei Gratwanderungen atemberaubende Blicke über den Bodensee bis zum Schwarzwald, auf die Allgäuer Alpen und weit bis nach Süddeutschland hinein. Die Region ist übrigens bekannt für ihren vorzüglichen Käse (Käsestraße) und ihre traditionelle Holzarchitektur. Beides verbindet sich eindrucksvoll in zahlreichen Käse- und Jausenalpen, den idealen Einkehrstationen.

Feuerstätter Kopf. Am ersten Tag lockte der Feuerstätter Kopf. Ein wildes Gipfelchen direkt im Schatten des Hohen Ifen. Einfacher Aufstieg von Sibratsgfäll aus über das Gebiet und den Infoweg zur „Rindberg Rutschung“: Dort glitt 1999 nach einer langen Regenperiode eine große Hangfläche mit zehn bis zwanzig Metern pro Tag zu Tal. Verletzt wurde niemand, aber es entstand goßer Sachschaden. Weiter oben steht noch heute eine kleine Kapelle windschief am Abgrund. Auf dem Gipfel: Toller Blick zum Bodensee und auf die Gottesacker-Nordabstürze unter dem Ifen-Gipfel. Gesamtdauer ca. drei Stunden.

Hochhäderich-Falkenköpfe. Am zweiten Tag gings entlang der Alpengrenze auf den luftigen Grat zwischen Hochhäderich und Falkenköpfe. Hoch über dem idyllischen Lecknertal mit seinem grünen Alpensee faszinieren atemberaubende Blicke weit in die Allgäuer- und Lechtaler Alpen hinein. Auf der anderen Seite liegt einem Deutschland zu Füßen. Aufstieg vom Beginn der Lecknertal-Mautstrecke, Gesamtdauer 4-5 Stunden.

Das Highlight: Steinadler im Blick

Gleich beim morgendlichen Aufstieg auf den Hochhäderich hielt seine Majestät der Steinadler für einige Minuten die Zeit an. Ruhig zog er hoch über unseren Köpfen seine Kreise. Da hieß es natürlich Fernglas raus und genießen.

Übernachtungs- und Einkehr-Tipp: Idyllisch im autobefreiten Lecknertal neben einem Almbach gelegen, bietet das urige Bergferienhaus Kälberweide für Selbstversorger Ruhe und Erholung für bis zu sechzehn Personen. Viele Touren starten direkt vor der Haustür. Alternativ ist unweit davon auch die zum selben Vermieter gehörende Jausenstation Neuschwand als Tourbase geeignet.