Eigentlich habe ich heute ja mit einem Gipfelversuch am Hochwanner geliebäugelt. Das wäre klasse gewesen, denn der zweithöchste meiner #3Riesen ist für mich bislang noch immer ein unbeschriebenes Blatt. Aber anstatt mit einem Gipfel im Gepäck, kam ich mit ein paar nützlichen Erfahrungen nach Hause…

1. Erkenntnis: Ein Wechselshirt lohnt sich immer! Total verschwitzt von der zweistündigen Bikeauffahrt auf die vorgelagerte Rotmoosalm (2.030 m) hätte der Weiterweg zum windigen Gipfel nach meiner dreiwöchigen Kehlkopfentzündung einen sicheren Rückfall bedeutet. Kein Wechselshirt, kein Gipfelversuch.

2. Erkenntnis: Packe Deinen Daypack-Rucksack nicht mit schweren Sachen voll! Das Gewicht verteilt sich in dem kleinen Ding nicht wirklich und knubbelt stattdessen bei jedem Tritt auf Deinem Rücken herum. Jedes Gramm meiner Laufschuhe und Teleskopstöcke habe ich gespürt. Autsch.

3. Erkenntnis: Gehe keine große Tour an, wenn ab Mittag schlechtes Wetter angekündigt wird! Schon garnicht, wenn Du eine längere Anfahrt hast. Das stürzt das ganze Unterfangen bloß in Hektik. Es gibt an solchen Tagen sicher auch nähere, schöne Berge.

4. Erkenntnis: Vergesse nie Deine Sonnencreme! Morgens um 6:00 Uhr hat kein nützlicher Laden auf und das Sortiment großer Tankstellen wird gerne überschätzt.

5. Erkenntnis: Der Hochwanner ist hoch! Insbesondere seine monumentale und schroffe Südwand unter der man per Bike kurz vor der Rotmoosalm quert. Das birgt Einschüchterungspotenzial. Und dort wo laut Karte der Weg zum Gipfel abzweigt, steht nichts von „Hochwanner“. Das wiederum verleiht dem ganzen Unterfangen den Flair einer Erstbesteigung.

Ihr seht: Der Tag war zwar sportlich gesehen nicht so der Brüller, aber ich habe wenigstens einiges gelernt. Vor allem für Punkt 5. bin ich dankbar. Denn wenn’s mit #3Riesen im August nun bald los geht, wird mich der Anblick des Hochwanner sicher nicht mehr ganz so beeindrucken.

So blieb ich also letztlich auf zwei vorzügliche alkoholfreie Weizen an der Rootmosalm, genoss das atemberaubende Panorama und akzeptierte, dass man an manchen Tagen einfach nichts erzwingen kann.

Die Abfahrt war übrigens cool!