Wie oft ich wohl über das Lechfeld auf die Zugspitze geblickt habe? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich jedes Mal wenn es die Wetterlage zuließ, oder die Morgensonne den monumentalen Zacken von Deutschlands höchstem Gipfel noch eindrucksvoller aus dem Alpenmassiv hervorhob. Jedenfalls habe ich mir irgendwann genau in einem solchen Moment gedacht: Es muss doch möglich sein, jetzt und hier aufs Rad zu steigen und ohne Pause danach auf den Gipfel zu klettern.

Und so sieht mein Zeitplan für die Tour vom Augsburger Rathausplatz auf das Dach Deutschlands aus: Gestartet wird am 09.08.2014 um 2:00 Uhr nachts. Fahren werde ich allein, ohne GPS und mit dem Mountainbike. Zuerst vorwiegend auf Straßen, ab Garmisch dann offroad. Später wird gelaufen, ganz am Schluss kommt ein Klettersteig. Abwechslung pur also. Die gesamte Strecke kenne ich aus zurückliegenden Trainingseinheiten, Touren, oder zum Teil auch vom Auto her.

Auf das Offroad-Stück ab Garmisch freue ich mich als Mountainbiker natürlich besonders – es wird mich über die relativ monotone Anfahrt etwas hinwegtragen. Ebenso das Treffen / Frühstück mit Stephan frühmorgens an der Garmischer Olympiaschanze: Stephan steuert das  Tourfahrzeug und ohne ihn wäre das gesamte Vorhaben logistisch nahezu unvorstellbar – er ist also ein echtes Juwel.

Mit etwas Glück werde ich kurz vor Schongau einen Hammerblick auf das gesamte Alpenpanorama im Morgenrot haben – auch so ein Motivationskick. Wenn ich nicht allzu stark zurückliege, poste ich vielleicht live ein Bild via Twitter, mal sehen.

Das letzte Stück von der Reintalangerhütte zur Zugspitze könnte es in sich haben. Ihm gilt mein größter Respekt, denn spätestens ab der Bockhütte kommt auch die zunehmende Höhe ins Spiel. Deshalb habe ich die Bikestrecke vom Schnitt her recht konservativ geplant, um mich nicht zu schnell leer zu fahren. Hier möchte ich nicht über 80% meiner maximalen Herzfrequenz kommen. Klar habe ich die Laufpassage von der Hütte zum Gipfel schon einmal (Bericht) deutlich unter drei Stunden geschafft – allerdings ausgeruht. Somit bin ich darauf also besonders gespannt. Den finalen Klettersteig werde ich dieses Mal natürlich gesichert machen.

Bevor einer fragt: Natürlich habe ich ein Zeitziel, aber das behalte ich jetzt besser für mich. Sonst setzt mich das zu sehr unter Druck.